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Ratgeber · Jahresabschluss

Einnahmen-Ausgaben-Rechnung oder Bilanz: Was braucht Ihr Unternehmen?

Ob Sie die einfache Einnahmen-Ausgaben-Rechnung nutzen dürfen oder eine Bilanz brauchen, hängt vor allem von Rechtsform und Umsatz ab. Hier erkläre ich die Unterschiede verständlich und ohne Fachjargon.
Von Tamer Sadik, geprüfter Bilanzbuchhalter in Wien · Stand: November 2026 · Lesezeit ca. 5 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
  • GmbH und FlexCo brauchen immer eine Bilanz, unabhängig vom Umsatz.
  • Einzelunternehmen und Personengesellschaften dürfen meist die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung nutzen, solange sie unter der Umsatzgrenze bleiben.
  • Die Grenze liegt derzeit bei 700.000 € Umsatz in zwei aufeinanderfolgenden Jahren. Eine Anhebung auf 1 Mio. € ist angekündigt, aber noch nicht beschlossen.
  • Freie Berufe sowie Land- und Forstwirte sind von der Bilanzpflicht nach dem Unternehmensgesetzbuch ausgenommen.

Was ist die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung?

Bei der Einnahmen-Ausgaben-Rechnung (kurz E/A-Rechnung) zählt, wann das Geld tatsächlich fließt. Eine Einnahme erfassen Sie, wenn das Geld am Konto ist, eine Ausgabe, wenn Sie sie bezahlt haben. Der Gewinn ist am Ende einfach: Einnahmen minus Ausgaben.
Das ist übersichtlich und spart Aufwand. Offene Rechnungen am Jahresende spielen keine Rolle, es gibt keine Bilanz und keine Inventur. Für viele Einzelunternehmen, Selbstständige und kleinere Personengesellschaften ist das die passende Lösung.

Was ist eine Bilanz?

Mit der doppelten Buchhaltung erfassen Sie nicht nur Zahlungen, sondern jeden Geschäftsfall dann, wenn er entsteht. Eine Rechnung zählt also schon, wenn sie gestellt ist, nicht erst, wenn sie bezahlt wird.
Am Jahresende stehen zwei Ergebnisse: die Bilanz, die Vermögen und Schulden zum Stichtag zeigt, und die Gewinn- und Verlustrechnung, die zeigt, was im Jahr erwirtschaftet wurde. Dazu kommen Inventur, Abschreibungen, Rückstellungen und Abgrenzungen. Das ist mehr Arbeit, gibt aber ein deutlich genaueres Bild Ihres Unternehmens.

Wer muss bilanzieren?

  • GmbH, FlexCo und AG müssen immer bilanzieren, egal wie hoch der Umsatz ist. Das gilt auch für eine GmbH & Co KG.
  • Einzelunternehmen, OG und KG werden bilanzpflichtig, wenn ihr Umsatz in zwei aufeinanderfolgenden Jahren mehr als 700.000 € beträgt. Die Pflicht beginnt dann ab dem übernächsten Jahr. Liegt der Umsatz in einem einzigen Jahr über 1 Mio. €, beginnt sie schon im Folgejahr.
  • Freie Berufe wie Ärzte, Rechtsanwälte oder Architekten sowie Land- und Forstwirte sind nach dem Unternehmensgesetzbuch ausgenommen, auch bei höheren Umsätzen.
Gut zu wissen: Die Bundesregierung hat im April 2026 angekündigt, die Umsatzgrenze von 700.000 € auf 1 Mio. € anzuheben. Beschlossen ist das noch nicht. Sobald es fix ist, gebe ich meinen Klienten Bescheid.

Wann lohnt sich eine Bilanz freiwillig?

Auch ohne Pflicht kann eine Bilanz sinnvoll sein. Banken verlangen für einen Kredit oft einen vollständigen Jahresabschluss. Und wer stark wächst, sieht mit einer Bilanz besser, wie es um Forderungen, Schulden und Eigenkapital steht.
Ob sich der Wechsel für Sie lohnt, hängt von Ihrer Situation ab. Ein Wechsel der Methode hat auch steuerliche Folgen. Die bespreche ich mit meinem Steuerberater-Partner, bevor Sie entscheiden.

Was bedeutet das für Ihre Kosten?

Die doppelte Buchhaltung ist aufwendiger und deshalb auch teurer. Bei mir kostet die laufende Buchhaltung mit Einnahmen-Ausgaben-Rechnung ab 200 € pro Monat, die doppelte Buchhaltung ab 300 € pro Monat. Der Jahresabschluss kostet 800 bis 1.200 € für die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung und 1.800 bis 2.500 € für die Bilanz einer GmbH. Alle Preise netto.

Mein Tipp

Klären Sie die Frage gleich bei der Gründung oder sobald Ihr Umsatz deutlich wächst. Wer erst spät merkt, dass er bilanzieren muss, hat viel nachzuholen. Im kostenfreien Erstgespräch sehen wir uns Ihre Situation an und klären, was für Sie gilt.

Unsicher, was für Sie gilt?

Im kostenfreien Erstgespräch klären wir, ob die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung reicht oder eine Bilanz nötig ist. Sie erhalten einen klaren Fixpreis.
Tamer Sadik lächelt am Besprechungstisch